prêt-à-penser

19. März 2009

Facebook. Ein Selbstversuch Teil 1: Vor den Toren

Einsortiert unter: Idiosynchratique — pretapenser @ 01:17
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Es reicht. Es muß sein.
Gerade habe ich die xte Mail bekommen, warum ich denn nicht bei Facebook/Wer kennt wen/Xing sei. Und der Ton wird muffiger. Es droht die Randgruppenexistenz. Bald spielt man in der Liga der ewiggestrigen Zivilisationsverweigerer und wird auf Parties als schratige Spaßbremse gemieden. Das soziale Prestige dürfte sich mittelfristig irgendwo zwischen der “Ich brauche kein Handy”- und der “Ich benutze bewußt kein Deo”-Fraktion einpendeln.

Und nein, man muß mir nicht erklären, was z.B. Facebook ist. Gerüchten zufolge soll es in einem verstiegenen Weiler in der Eiffel 7 oder 8 Mitglieder einer urchristlichen Kommune geben, die noch nie von den Segnungen der besagten sozialen Netzwerke gehört haben. Ende  des Jahres soll das Kaff allerdings ans Stromnetz angeschlossen werden und wahrscheinlich werden binnen Stundenfrist die ersten Friends-Einladungen und Kontaktanfragen auf angejahrten Windows98-Rechnern einflattern.

Neugier ist zwar der Katzen Tod, aber nicht der meinige. Und kennen heißt nicht wissen. Deshalb will ich mir einen Facebook-Account faken. Auch ich will den tragisch-süßen Duft verlorener Bekanntschaften und leise verwehter Freundschaften schnuppern. Menschen wiederfinden, mit denen man Jahre seines Lebens und vielleicht sogar die Bettstatt geteilt hat.
Ich bin eigentlich kein sonderlich nostalgischer Mensch. Meine Freunde im Hier und Jetzt sind mir, wenngleich nicht immer die liebsten, aber doch die wichtigsten.

Aber was soll`s. Auf der Startseite werde ich mit dem etwas holprigen Satz “Facebook ermöglicht es dir, mit den Menschen in deinem Leben in Verbindung zu treten und Inhalte mit diesen zu teilen.” empfangen. Eine Tafel Schokolade kann ich teilen, aber “Inhalte teilen”? So reden Ortsgruppenleiter der IG Metall bei der Landeskonferenz.

Will ich das?
Menschen, Tiere, Sensationen. Das will ich.

Merkwürdigerweise ist der Infopunkt “Freunde finden” unten klein zwischen “Nutzungsbedingungen” und “Datenschutz” eingequetscht. Etwas unscheinbar. Das scheint wie bei Berliner In-Läden zu sein, die sind auch schwer zu finden, haben`s nicht nötig und müssen kein großes Bohei darum machen, wie cool sie sind.

Ich wähle den passend erscheinenden Decknamen “Iggy Metall”.

Erleben Sie im zweiten Teil Iggys Abstieg in die schonungslose Unterwelt der sozialen Netzwerke.

Fortsetzung folgt…

2 Kommentare »

  1. Ich find’ Dich nicht bei Facebook, gah! Dabei wäre ich so gerne Dein Facebook-Freund…

    Kommentar von Roman — 23. März 2009 @ 13:07 | Kommentar

  2. …deine worte sind TRUE MEDITATION….;-)

    Kommentar von fantasticbombastic — 25. März 2009 @ 13:49 | Kommentar


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